Sinti und Roma
seit 600 Jahren in Deutschland


Eine Kurzfassung über Geschichte, Kultur und Verfolgung 
von Günther Weiss, Sinto, Erster Kriminalhauptkommissar und Leiter der Kriminalpolizei Kehl/Rhein 2009


Zigeuner - mit diesem Namen verbinden sich viele Klischeevorstellungen, Zigeunermusik, der spanische Flamenco, die virtuose Geigenmusik ungarischer Zigeuner und die Romantik am flackernden Lagerfeuer. Schwerwiegender sind Vorstellungen und Beschuldigungen, die auch heute noch oft bedenkenlos geäußert werden: Die Zigeuner sind Landstreicher, sie sind schmutzig, sie betteln, sie stehlen und betrügen ...

Heute leben in der Bundesrepublik nach verschiedenen Schätzungen etwa 80 - 120000 Sinti und Roma, die landläufig und in der Regel diskriminierend als "Zigeuner" und von den Behörden vorurteilsvoll mit dem alten Nazibegriff als "Landfahrer" bezeichnet werden. Sinti und Roma sind ein Volk mit eigener Sprache, Geschichte und Kultur. Außerhalb des deutschsprachigen Raumes ist Roma der Sammelbegriff für alle Zigeuner, auch für Sinti. Im deutschen Sprachraum wird der Begriff Roma verwendet für alle, die in der zweiten Hälfte des 19. und im 20. Jahrhundert aus Südost- nach Mitteleuropa kamen.

Roma und Sinti leben heute fern von ihrer Urheimat, dem indischen Punjab, einem Gebiet im nordwestlichen Indien und östlichen Pakistan. Von dort verschleppten die Araber bei ihren Eroberungsfeldzügen im 9. und 10. Jahrhundert die Bewohner, um sie als Sklaven und Soldaten gegen die oströmischen Legionen ins Feld zu schicken. Im 11. Jahrhundert nahmen die Moslems bei ihren Feldzügen  ca. weitere  500.000 Zigeuner als Gefangene mit. Die meisten wurden als Sklaven auf den Balkan verbracht. Nach Griechenland, Rumänien, Serbien, Transsylvanien und in der Walachei kamen sie ebenfalls als verkaufte Sklaven.

Ihr erstes Auftauchen in Deutschland wird urkundlich 1407 in Hildesheim erwähnt. Der Schutzbrief von König Sigismund 1423 sollte die Zigeuner in Deutschland vor Übergriffen schützen. Gleichzeitig sicherte er ihnen eine eigene Gerichtsbarkeit für Streitfälle innerhalb des Stammes zu. Diese Sonderrechte verdankten die Zigeuner dem Adel, der sich über die Abwechslung welche die Sinti mit ihrer Musik brachten amüsierte. Gleichzeitig erkannten sie auch den Nutzen der handwerklichen Fähigkeiten der Sinti, insbesondere  bei Gold- und Kunstschmiedearbeiten, im Musikinstrumenten- insbesondere Geigenbau und der Waffenherstellung. Die Sonderrechte brachten zunächst Anerkennungen, brachten bald aber auch Neid der einheimischen Handwerker und Zünfte und auch der Kirchen infolge der Wahrsagekünste der Zigeunerfrauen, was mit den Glaubensvorstellungen nicht vereinbar war. 1496 und 1498 wurden deshalb in Lindau und Freiburg durch die Reichstage die Schutzbriefe von Sigismund aufgehoben. Wer einen Zigeuner auf seinem Besitz antraf durfte ihn fortan straflos töten. 1551 erging auf dem Reichstag zu Augsburg Erlass, dass alle Zigeuner das Land innerhalb von 3 Monaten verlassen müssten. 1589 erlaubten die Polizeiverordnungen, dass die Polizei den Zigeunern Hab- und Gut wegnehmen und sie des Landes vertreiben darf. Diese Verfolgung griff nach und nach in ganz Europa um sich. Zigeuner wurden gefangengenommen, vertrieben, erschlagen und hingerichtet. So zogen sie von Ort zu Ort und lebten nur noch mehr zurückgezogen in entlegenen Gegenden und Wäldern. Im 30-jährigen Krieg waren die Zigeuner als Soldaten dann wieder sehr willkommen.

In der zweiten Hälfte des 18. und im 19. Jahrhundert versuchte man im Kontext humanitärer Ideen Sinti und Roma sesshaft zu machen. Eingliederung hieß die Strategie. Die Identität von Sinti und Roma sollte gebrochen werden. Das Experiment scheiterte am Widerstand der Zigeuner, die ihre kulturelle Eigenständigkeit nie aufgaben. Auch eine Versuch Maria Theresia's, an Zigeuner Saatgut zu verteilen und sie Hütten bauen zu lassen, damit sie sesshaft werden scheiterte. Jugendliche Zigeuner vom 12. - 16. Lebensjahr mussten ein Handwerk erlernen und danach zum Militär. Viele Zigeuner zogen  mit ihrem erlernten Handwerk jedoch berufsbedingt umher. In dieser Zeit entstand auch der Mythos von den Zigeunern, die Kinder stehlen. Doch nicht sie nahmen die Kinder der Einheimischen mit, sondern sie waren genötigt, sich ihre eigenen Kinder zurückzuholen, die ihnen der Staat im Zuge von Zwangsdeportationen weggenommen hatte, denn von 1773 an isolierte man Zigeunerkinder und raubte sie ihren Eltern, um sie gar nicht erst an das "Zigeunerleben" zu gewöhnen.

Von 1850 an wurden die Gemeinden verpflichtet, zu bestimmten Stichtagen den Zigeunern, die sich im Ort aufhielten, das Bürgerrecht zu verleihen. Dies führte jedoch zu wahren Hetzjagden innerhalb der Gemeinden. Sie wurden Vergewaltigungen, des Kannibalismus und des Kindesraubes beschuldigt, in großer Zahl in Sümpfe getrieben, ertränkt, erhängt und erschlagen.

Mit Ende der Leibeigenschaft in Rumänien suchten nach 1864 viele Roma ihr Glück im Westen. Die neue Industriegesellschaft brauchte Arbeitskräfte und versprach Auskommen und Unterhalt. Die Roma in Osteuropa unterscheiden mehrere Untergruppen. Sie entstanden, weil Roma als Sklaven auf dem Balkan oft nur innerhalb ihrer Berufsgruppe heirateten.

Die Sinti sind die älteste in Deutschland nachweisbare Romagruppe. Sie flohen vor etwa 600 - 700 Jahren aus der südosteuropäischen Sklaverei nach Westeuropa und waren traditionell Musiker, Geigenbauer, Handwerker (Schmiede, Hufschmiede, Goldschmiede, Kesselflicker) und Händler. Der Name leitet sich vermutlich von der indischen Provinz Sind und dem Fluss Sindhu ab. Auch die Sinti bezeichnen sich oberbegrifflich als Roma. Ihre Sprache ist wie die der Roma das Romanes, welche seinen Ursprung im Sanskrit hat. Heute leben ca. 70.000 Sinti fest in Deutschland.

Vor ungefähr 1000 Jahren - zu den Zeiten der Völkerwanderung - wanderten Vorfahren der Sinti und Roma auch aus dem Nordwesten Indiens über Persien, Armenien und das griechisch besiedelte Kleinasien nach Europa. Die Vorfahren der deutschen Sinti lebten bereits seit dem Jahre 1400 in Mitteleuropa, das heißt in Deutschland und Österreich und den angrenzenden Regionen (Norditalien, Slowenien, Böhmen, Elsass, Lothringen). Die Vorfahren der deutschen Roma blieben zunächst im osteuropäischen Raum. Zum einen kamen sie dann vor 80-150 Jahren (den Zeiten der ersten ungarischen und polnischen Bergarbeiterfamilien im Ruhrgebiet und der Flucht osteuropäischer Juden nach Westeuropa und Amerika) nach Deutschland, zum anderen flüchteten sie erst in den fünfziger und sechziger Jahren mit den Vertriebenen und Spätaussiedlern aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten, aus Polen und der (ehemaligen) DDR zu uns.

Aber genauso wie im Falle der Juden sind die Vorurteile gegen die Sinti und Roma schon Jahrhunderte alt. Sie galten als verantwortlich für die Pest, Cholera und Rattenplage. als Türkenspione, "jüdisch versippt" und der Hexerei fähig. Als Asoziale und Kriminelle beschimpft man sie noch bis heute. Und bestenfalls werden sie mit herablassendem Wohlwollen als "Problemfamilien oder fremdartige Randgruppe" betrachtet. Solche wohlwollenden oder romantisierenden Vorurteile sind kaum besser als die, die sie verteufeln. Die "Randgruppen-Ideologie", Sinti und Roma zu den als "Randgruppen" diffamierten Ausländern, Behinderten, Nichtsesshaften usw. zu rechnen, ist ein nicht nur bei Lehrern, Sozialpädagogen und Sozialpolitikern weitverbreitetes Vorurteil. Für eine Veränderung war entscheidend , dass die deutschen Sinti und Roma ähnlich der deutsch-dänischen Minderheit in Schleswig, den Friesen und Sorben durch das Minderheitenschutzabkommen des Europäischen Rates 1998 als eine von mehreren deutschen Volksgruppen offiziell als Minderheit anerkannt wurden. Diese Abkommen wurde auch durch die Bundesrepublik ratifiziert und durch die Landesregierung wurden Sinti und Roma als einzige Volksgruppe in Baden-Württemberg als Minderheit anerkannt .

Die internationale Selbstbezeichnung aller "Zigeuner" auf der Welt ist "Roma". Die Weltorganisation, die "Romani-Union", ist seit 1979 mit beratendem Status bei den Vereinten Nationen in New York eingetragen. Etwa 10 Millionen Roma leben in Europa, davon der größte Teil in Osteuropa und Jugoslawien. Der überwiegende Teil der im deutschsprachigen Mitteleuropa lebenden Volksgruppe bezeichnet sich selbst als "Sinti". Zwischen Sinti und Roma bestehen geringfügige Unterschiede im sprachlichen Gebrauch des Romanes, das aus der altindischen Sprache Sanskrit stammt. Romanes ist also eine seit 600 Jahren in Deutschland gesprochene Sprache und damit Bestandteil der deutschen Kultur. Geringfügige Unterschiede zwischen Sinti und Roma gibt es auch bei den familiären Gepflogenheiten, etwa wie zwischen Bayern und Preußen, die ja trotz ihrer Unterschiede beide gleichermaßen deutsche Volksgruppen sind. Deutsche Sinti und Roma sind also keine Ausländer und verfügen wie die übrige deutsche Bevölkerung über all das, was für besonders deutsche Tugenden oder Untugenden gehalten wird. Nahezu alle hier lebenden 120000 Sinti und Roma sind deutsche, eigentlich urdeutsche Staatsbürger. Sie verfügen über deutsche Personalausweise und deutsche Pässe wie der Rest der 85 Millionen Bundesbürger.

Unbekannt ist die Gesamtzahl der Roma in Deutschland, die unter den aus Südeuropa, der iberischen Halbinsel und der Türkei stammenden Gastarbeiterfamilien hier isoliert leben und bei Behörden als Spanier, Jugoslawen, Griechen oder Türken registriert sind.

Als Roma bezeichnen sich auch die etwa 200 in der Bundesrepublik lebenden und umherziehenden Familien, die in den letzten ein bis zwei Jahrzehnten aus verschiedenen Umständen der Verfolgung und Diskriminierung im kommunistischen Jugoslawien nach Westeuropa kamen. Diese Familien sind teils staatenlos, teils verfügen sie über jugoslawische Personalpapiere, oft jedoch nur über Geburtsurkunden.

Daneben reisen vorwiegend in den Sommermonaten französische, belgische, italienische, britische, sowie Roma aus Norwegen, Schweden und Dänemark mit ihren Wohnwagen als Händler, Handwerker und Kaufleute durch Deutschland und ganz Europa. Frankreich wird diesen Familien durch das Besson-Gesetz gerecht, wonach Kommunen mit mehr als 5000 Einwohnern zur Einrichtung eines Durchreiseplatzes für Sinti- und Romafamilien verpflichtet werden.

Die Verfolgungsgeschichte der Sinti und Roma begann schon kurz nach dem Eintreffen ihrer Vorfahren in Europa und nicht erst mit dem Beginn der Nazi-Diktatur. Die ersten achtzig Jahre des Aufenthalts der Sinti in Deutschland gelten als ihr "goldenes Zeitalter". Den Auftakt zur Verfolgung der Sinti in Deutschland soll Brandenburgs Kurfürst Achilles, der 1482 den Aufenthalt von Sinti in seinem Land verbot, gegeben haben. Mit den Reichstagen von Lindau und Freiburg (1496, 1497 und 1498) folgte auch das Deutsche Reich diesem Beispiel, hob den Schutzbrief Siegesmunds auf und erklärte alle Sinti für vogelfrei. Jedermann konnte sie jagen, auspeitschen, einsperren oder töten. Dank der deutschen Kleinstaaterei kam es nicht überall zu einer konsequenten Anwendung dieser Reichsgesetze. Allein für die Zeit zwischen 1497 und 1774 wurden 146 Zigeuneredikte nachgewiesen. Erst die Wirren des Dreißigjährigen Krieges lenkten von der Zigeunerverfolgung ab. Im 17. und 18. Jahrhundert wurde die Verfolgung wieder unvermindert fortgesetzt. Sinti sollten gestäupt, gebrandmarkt, aus dem Lande verwiesen, ertränkt oder anderweitig mit dem Tode bestraft werden. Diesen Maßnahmen gegen die Sinti Mitteleuropas entspricht die Judenverfolgung jener Zeit. Antijüdische Ausnahmegesetze des Mittelalters hielten sich bis in das 18. und 19. Jahrhundert. Wenigstens im ausgehenden 18. und 19. Jahrhundert wurde die physische Existenz der Sinti geduldet. Sie verdienten sich ihren Lebensunterhalt z.B. als Musikanten, Artisten, Handwerker, Künstler und Händler. Erst die Gründung des Deutschen Reiches 1871 erlaubte die langfristige Koordinierung der antiziganistischen Repression. Bereits im Jahre 1871 wies das Großherzogliche Innenministerium Hessens mit Berufung auf das Berliner Reichskanzleramt die Kreisämter an, eingewanderten Roma die Ausstellung von Gewerbescheinen zu versagen und bei heimatberechtigten Sinti mit größter Vorsicht vorzugehen. 1886 hatte man den Zwangstransport für "Zigeuner ohne deutsche Staatsangehörigkeit" zur Staatsgrenze eingeführt.

Die systematische Überwachung der gesamten Volksgruppe begann in Deutschland bereits im Jahre 1899 in Bayern. Nachdem die deutschen Sinti und Roma schon im Ersten Weltkrieg als Soldaten für Deutschland gekämpft und hohe Tapferkeits- Auszeichnungen der kaiserlichen Armee erhalten hatten, wurde dann im Juli 1926 in Bayern mit dem ersten Sondergesetz der ersten deutschen Republik, dem "Zigeuner- und Arbeitsscheuen-Gesetz", die "Zigeunerpolizeistelle" beim Polizeipräsidium München als gesamtdeutsche Erfassungs- und Überwachungszentrale eingerichtet. Gut sechs Jahre später konnten die Nationalsozialisten darauf ihre Vorbereitungen zum Völkermord aufbauen. Diese Sondergesetze und Sonderzentralen waren schon damals ein Verstoß gegen die Verfassung der Weimarer Republik.

Ab 1911 wurden von allen „Zigeunern“ automatisch Fingerabdrücke genommen. Im 1. Weltkrieg kämpften und starben viele Sinti für Deutschland. Viele überlebende Sinti erhielten hohe Auszeichnungen, waren nach dem Krieg jedoch oft erneut ohne Arbeit und Unterhalt. Die Erfassung durch die staatlichen Stellen der Polizei setzte sich fort und bildete im Nazideutschland die Grundlage für die systematische Vernichtung der Sinti und Roma. So erhielt die Polizei 1936 vom Reichsinnenminister die Empfehlung, in ganzen Landesteilen gezielt Razzien auf Zigeuner zu veranstalten. Die "Landesfahndungstage" lieferten dann auch die absolute Grundlage für eine aktuelle Zigeunererfassung im Reichsmaßstab. Bereits 1936(!) trafen die ersten Zigeunerhäftlinge in Dachau ein. (500.000 Sinti und Roma starben unter den Rassegesetzen der NS-Zeit). Nach dem zweiten Weltkrieg führten sogenannte Landfahrerzentralen der Polizei weiterhin systematische Erfassungen der Sinti und Roma durch. Merkmalskarteien waren mehrstellige Nummern, die selben, die SS den Sinti und Roma in den Konzentrationslagern eintätowiert hatten. Auch Baden-Württemberg gab nach dem Krieg einen "Leitfaden zur Bekämpfung des Zigeunerunwesens heraus", der den Beamten, so dass im Duktus der NS-Zeit gedankenlos gehaltenen Begleitschreiben, "bis zur endgültigen Lösung des Zigeunerproblems", eine vorläufige Hilfe sein soll. Die jahrhundertelange Verfolgung vor allem auch durch die Polizei, hat zu einem fast angeborenen Misstrauen gegenüber der Polizei und staatlicher Macht geführt.

Etwa 120.000 Mitglieder beider Bevölkerungsgruppen leben in der Bundesrepublik. Etwa 10 Millionen in Europa. Sie nennen sich Rom, d.h. Mensch. Als Mensch gesehen und behandelt zu werden ist eigentlich nur eine Selbstverständlichkeit. Dass sie dieses Selbstverständnis immer noch fordern und erkämpfen müssen, stellt die behauptete Menschlichkeit unserer Gesellschaft in Frage. Sich mit der Kultur und den Problemen der Sinti und Roma zu befassen beinhaltet auch unsere Verhaltensweisen und hält uns einen Spiegel vor. Die Dummheiten und Vorurteile, die heute noch manche Gehirne verstopfen müssen aufgedeckt werden. Aber auch zu romantische Klischees gilt es zu überwinden, wenn man Sinti und Roma ernst nehmen will. Es wäre falsch ein geschlossenes, widerspruchsfreies Bild "der Zigeuner" vorzugaukeln. Derartige Verallgemeinerungen und Vorurteile sind bestenfalls Witze, wie die über Schwaben und Ostfriesen, schlimmstenfalls aber Todesurteile, gerade wenn es um Minderheiten geht, wie die Sinti und Roma.

1990 war eine der wenigen Gemeinsamkeiten in Deutschland eine allgemeine Abneigung gegen die Zigeuner. Die Toleranz in der Bevölkerung für diese Menschen ist sehr gering und die verallgemeinernden Äußerungen sind als beschämend zu bezeichnen.  Vorurteile sagen  nie etwas aus über die Menschen, die sie beschreiben - Vorurteile sagen jedoch sehr viel aus über die Menschen, die Vorurteile benutzen. Diskriminierung beginnt immer schon mit der Geringschätzung Andersdenkender.

Mein Vater Ludwig Weiss, er starb 2002, war einer der wenigen Überlebenden der Hölle von Auschwitz. Das einzige Verbrechen, welches er begangen hatte, war seine  Abstammung. Sein Leben lang verfolgten ihn die grausamen Ereignisse in Auschwitz, denen er als Jugendlicher ausgesetzt war.

Günther Weiss

weiterführende Urls: Porajmos (Holocaust an Sinti und Roma), www.sinti-roma-bawue.de, www.sinti-und-roma.de, www.antiziganismus.de


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